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Managementansätze

Vorsorgeprinzip

Swisscom arbeitet nachhaltig. Sie verringert Umweltrisiken, Geschäftsrisiken und soziale Risiken mithilfe von etablierten Managementsystemen und -ansätze. Konzernvorgaben und -weisungen stellen sicher, dass die Anforderungen an die Corporate Responsibility im Betrieb oder bei Projekten berücksichtigt werden. Die Investitionsrichtlinie verlangt von Swisscom, wesentliche Investitionen auf ihre ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen zu prüfen. So nutzt Swisscom eine CR-Checkliste und berücksichtigt dadurch volkswirtschaftliche, ökologische und soziale Anforderungen in Projekten, die Netzinfrastruktur, Dienste und Produkte betreffen. Zudem regelt eine Vorgabe das Recycling beziehungsweise die Entsorgung von Netzinfrastruktur, die bis dahin situations­abhängig erfolgt sind.

Für Sanierungen sowie den Neubau von Geschäften existieren nach öko­logischen Kriterien ausgerichtete Vorgaben. Die schweizerischen Tochtergesellschaften von Swisscom sowie die italienische Tochtergesellschaft Fastweb nutzen Instrumente, die an ihre Bedürfnisse angepasst sind. Im Rahmen des operativen Risiko- und Sicherheitsmanagements setzt Swisscom präventive Massnahmen um. Im Bereich der elektromagnetischen Felder bei Kommuni­kations­techno­logien – so besonders beim Mobilfunk – verfügt Swisscom über ein zertifiziertes Qualitätssicherungssystem (QSS). Dieses System dient dazu, die in der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung festgelegten Grenzwerte (NISV-Grenzwerte) einzuhalten.

Ein wichtiges Element des von Swisscom gepflegten Vorsorgeprinzips besteht darüber hinaus in der Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeitenden; so etwa durch ein eigenes Programm, das die Teilnehmenden auf Fragen der Nachhaltigkeit bei Swisscom einstimmt.

Managementansätze und wesentliche Themen

Swisscom verfügt über Managementansätze für diejenigen Themen, die in der Wesentlichkeits­matrix aufgeführt sind. Es gelten unter anderem die folgenden Vorgaben für die Themen der Matrix im oberen Quadrant rechts:

  • Gesamtarbeitsvertrag (GAV), der unter anderem die Arbeitnehmervertretung und die Gewerkschaftsbeziehungen regelt
  • Konzernvorgabe zur finanziellen Führung des Konzerns
  • Leitfaden «Mobiles Arbeiten», der den Umgang mit mobiler Arbeit regelt und «Leitfaden für Führungskräfte»,
  • Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 sowie dazugehörige Weisungen und Richtlinien zu den Themen Energie und CO2 (Richtlinie zum Swisscom Treibhausgas-Inventar nach ISO 14064)
  • Konzernvorgabe zur Sicherheit inklusive Datenschutz
  • Compliance Policy mit zugehörigem Compliance Management-System (das unten ausführlich beschrieben ist) sowie Weisungen zu den Themen Recht und Anti-Korruption
  • Richtlinie für Investitionen
  • Einkaufspolitik

Compliance Management

Die Vielfalt der geschäftlichen Tätigkeit und die Komplexität der Vorschriften fordern ein wirk­sames Compliance Management-System (CMS). Das CMS von Swisscom beruht auf den folgenden, grundlegenden Elementen:

  • Kultur: Die Compliance-Kultur ist die Grundlage für die Wirksamkeit des CMS. Der Verhaltenskodex hält die Mindesterwartungen des Verwaltungsrats und des CEO der Swisscom AG fest. Diese Erwartungen werden im Unternehmen durch die Führungsarbeit und in der täglichen Zusammenarbeit verbreitet.
  • Ziele: Der Verwaltungsrat hat die Ziele der Compliance festgelegt: Alle organisatorischen Massnahmen und die Handlungen orientieren sich an diesen Zielen.
  • Risiken: Swisscom identifiziert die Compliance-Risiken aus ihrer geschäftlichen Tätigkeit sowie aus regulatorischen und gesetzlichen Änderungen. Sie beurteilt die Risiken und steuert sie durch geeignete Massnahmen.
  • Organisation: Der Verwaltungsrat hat die Mindestaufgaben von Compliance bestimmt. Die Konzernleitung und die Geschäftsleitungen der Tochtergesellschaften haben die weiteren Aufgaben und Verantwortlichkeiten festgelegt. Sie stellen die Ressourcen zur Verfügung, die für ein wirksames CMS erforderlich sind.
  • Kommunikation: Die Mitarbeitenden sind über ihre Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung informiert. Periodisch erfolgt ein Bericht an den Verwaltungsrat und die Konzernleitung der Swisscom AG, die Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte der Tochtergesellschaften sowie an weitere interne Stellen.
  • Überwachung und Verbesserung: Swisscom überwacht das CMS und behebt laufend Schwachstellen.

Im Geschäftsjahr hat Swisscom die Geschäftstätigkeiten der grössten Konzerngesellschaft Swisscom (Schweiz) AG vertieft im Hinblick auf Korruptionsrisiken geprüft. In diesem Zusammenhang wurden zu einzelnen Prozessen Massnahmen empfohlen, um Schwachstellen zu beheben. Korruptionsvorfälle wurden keine festgestellt.

Im Bereich des Daten- und Geheimhaltungsschutzes führte Swisscom – wiederum vornehmlich bei Swisscom (Schweiz) AG – vertiefte Prüfungen durch. Zur kontinuierlichen Verbesserung des CMS verabschiedete Swisscom ein umfassendes Massnahmenpacket. Aufgrund zunehmender grenzüberschreitender Aktivitäten optimierte Swisscom schliesslich das CMS im Bereich des Global Trade.

Verantwortungsbewusstes Marketing

Swisscom orientiert sich in ihrem Marketing sowohl am eigenen Leitbild wie auch an den Grundsätzen der Schweizerischen Lauterkeitskommission. Diese Grundsätze befassen sich mit sämtlichen relevanten Gesichtspunkten der Lauterkeit in der Kommunikation. Das bei Group Communications & Responsibility integrierte Team Brand Strategy & Management hat die Aufgabe, die unterschiedlichen Marketingeinheiten von Swisscom über die Entwicklung der Grundsätze zu informieren. Für die Einhaltung der Grundsätze sind die kommunizierenden Einheiten verantwortlich. Diese sind in der Lage, Verstösse früh zu erkennen und präventiv einzuschreiten.

Swisscom unterscheidet ihre Kunden nicht nach Alter oder Geschlecht. Sie berücksichtigt vielmehr, dass jeder einzelne ihrer Kunden der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung individuell begegnet. So gelingt es Swisscom, ihre Kunden diskriminierungsfrei und auf den individuellen Wissensstand zugeschnitten in der digitalen Welt zu begleiten.

Im Berichtsjahr sind keine Verstösse gegen die Lauterkeit in Marketing und Kommunikation fest­gestellt worden.

Siehe unter www.faire-werbung.ch

Praktiken in Bezug auf Urheberrechte

Der Umgang mit Urheberrechten ist im Gesamtarbeitsvertrag geregelt. Die Mitarbeitenden übertragen Urheberrechte und verwandte Schutzrechte (besonders Rechte an Software) einschliesslich aller Teilrechte an Swisscom, sofern diese Rechte während der Tätigkeit für Swisscom entstanden sind. Dies gilt im Einzelnen für alle Errungenschaften, die der Mitarbeitende während des Arbeitsverhältnisses allein oder in Zusammenarbeit mit anderen entwickelt hat. Wenn Swisscom an den übertragenen Rechten kein Interesse hat, können die Rechte per Vertrag an den Mitarbeitenden zurückgehen.

Weitere Managementansätze nach den sechs GRI-Themen (Wirtschaft, Umwelt, Arbeitspraxis, Menschenrechte, Gesellschaft und Produktverantwortung)

Für die unterschiedlichen Nachhaltigkeitsbereiche gemäss GRI bestehen Konzernvorgaben (Weisungen). Zusätzlich existieren fachspezifische Vorgaben und Richtlinien, zum Beispiel zur Kühlung von Telefonzentralen und Rechenzentren oder zum Abbau von Sendestationen. Diese Vorgaben werden in den folgenden Kapiteln erwähnt.

Verantwortung von Swisscom gegenüber der Öffentlichkeit

Swisscom hat sich als verantwortungsbewusster «Corporate Citizen» im Berichtsjahr zu folgenden Themen in die öffentliche Diskussion eingebracht:

  • Nachhaltiges Handeln der ICT-Branche
  • ICT im Bildungswesen
  • Verbesserung des Kundendienstes (Beispiel: Konsumentenschutz)
  • Flächendeckende Versorgung der Schweiz mit Mobilfunk- und Breitbandinfrastruktur
  • Verbesserung von Kundeninformationssystemen
  • (Beispiel: Informationen zu Mobilfunkangeboten für Kunden im Ausland)
  • Beitrag von ICT zur Energiewende

Swisscom hat im Berichtsjahr wie im Vorjahr im Rahmen von Vernehmlassungen auf Bundesebene Stellungnahmen eingereicht; so an einem Hearing der Kommission für Verkehr und Fernmelde­wesen des Nationalrates (KVF) zum Fernmeldebericht des Bundesrates beziehungsweise zu einer möglichen Revision des Fernmeldegesetzes (FMG-Revision) sowie zur Verordnung über Fernmeldedienste im Sinne der Grundversorgung. Gegenwärtig ist ferner das Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs in Revision. Swisscom hat in der laufenden Vernehmlassung eine eigene Stellungnahme verfasst und an der Stellungnahme des Branchenverbands asut mitgearbeitet. Beide Stellungnahmen sind auf der Webseite der zuständigen Behörden abrufbar.

In ihren Stellungnahmen verfolgt Swisscom die Grundsätze der Selbstregulation und des Wett­bewerbs in einem offenen Markt. Die zahlreichen neuen, attraktiven Kunden­angebote sowie die hohen Investitionen im Berichtsjahr unterstreichen diesen Grundsatz.

Swisscom steht für einen lösungsorientierten Ansatz, der sich sowohl am Gemeinwohl als auch an den Unternehmensinteressen orientiert. Sie nimmt Positionen ein, die auf klaren Fakten basieren. Swisscom unterhält transparente und vertrauensvolle Beziehungen zu Politik, Behörden und Gesellschaft. Sie wirkt an öffent­lichen An­hörungen und Veranstaltungen mit und positioniert sich durch schriftliche Stellungnahmen im politischen Umfeld. In Anlehnung zu den relevanten ethischen Kodexe (Kodex von Lissabon und der Standesregeln der Schweizerische Public Affairs Gesellschaft SPAG) lehnt Swisscom rechtswidrige oder ethisch fragwürdige Praktiken zur Beeinflussung von Meinungsträgern ab. Zudem ist Swisscom politisch und konfessionell neutral und unterstützt Parteien nicht finanziell.