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Jugendmedienschutz und Förderung der Medienkompetenz

Jugendmedienschutz und Richtlinien für Medieninhalte

Für Kinder und Jugendliche sind mit den digitalen Medien Chancen, aber auch Risiken verbunden – wenngleich letztgenannte oft ignoriert werden. Swisscom überlässt die Verantwortung beim Umgang mit diesen Risiken nicht allein den Erziehenden. Vielmehr unterstützt sie Eltern und Lehrpersonen mit vielfältigen Informationen, Hilfs­materialien und Angeboten.

Eine besondere Rolle im Jugendmedienschutz spielt die Privatsphäre. Wenn Kinder und Jugendliche in sozialen Netzwerken private oder gar intime Informationen für die Öffentlichkeit sichtbar machen, sind sie sich der Tragweite ihres Handelns meist nicht bewusst. In Broschüren und an Kursen erläutert Swisscom den Teilnehmenden deshalb die Bedeutung grundlegender Mass­nahmen zum Schutz der Privatsphäre.

Swisscom unterstützt die High Principles on Child Protection der European Telecommunications Network Operators’ Association (ETNO).

Gemäss Schweizerischem Strafgesetzbuch ist es Anbietern untersagt, Personen unter 16 Jahren Inhalte pornografischer Natur anzubieten. Swisscom legt die Vorschriften der Fernmeldedienst­verordnung, welche die Sperrmöglichkeiten von Mehrwertdiensten beschreiben, sehr streng aus. So bietet sie auf ihrem Informationsportal und in ihrem Video on Demand-Angebot keinerlei erotische Inhalte an.

Die Brancheninitiative für verbesserten Jugendmedienschutz und zur Förderung der Medienkompetenz, die vom Schweizerischen Verband der Telekommunikation (asut) getragen wird, empfiehlt seit 2008 neben den gesetzlichen Vorschriften eine Liste zusätzlicher Massnahmen im Jugend­medienschutz. Zu diesen Massnahmen hat sich Swisscom verpflichtet. So bietet Swisscom beispielsweise eine Filtersoftware für den Internetzugang an, setzt die aktive Informationspflicht gegenüber Kunden um, ist zum Dialog mit den im Jugendmedienschutz engagierten Organisationen bereit und hat einen Beauftragten für den Jugendmedienschutz benannt.

Eine Evaluation der Brancheninitiative durch das Programm «Jugend und Medien» des Bundes­amtes für Sozialversicherungen BSV hat allerdings Mängel in der Umsetzung der der oben genannten Massnahmenfestgestellt. Swisscom ist dankbar für die Kritik und hat umgehend Massnahmen ergriffen, um die beanstandeten Bereiche zu verbessern. So hat sie eine gross angelegte Schulungsinitiative in die Wege geleitet, die das Verkaufspersonal noch besser auf die speziellen Bedürfnisse besorgter Eltern einstellt. 2016 wird Swisscom zusammen mit den Mitunterzeichnern Sunrise, Salt und upc cablecom eine erneuerte Brancheninitiative vorlegen. Swisscom begrüsst zudem das Bestreben der asut, die erneuerte Brancheninitiative noch breiter abzustützen und so ihre Relevanz noch einmal zu erhöhen.

Siehe unter www.asut.ch www.bluewin.ch

Swisscom geht über die gesetzlichen Vorgaben des Jugend­medienschutzes hinaus:

  • Strenge Auslegung des Schutzgedankens bei Verschuldung eines minderjährigen Kunden
  • Keinerlei erotische Inhalte im Video on Demand-Angebot von Swisscom TV und auf dem Infoportal
Siehe unter www.bluewin.ch
  • Zusätzliche Sendersperrung mittels PIN bei Swisscom TV
  • Gewährleistung des Jugendmedienschutzes bei der TV-Zusatzfunktion «Replay»
  • Altersfreigabe-Empfehlung nach der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) bei allen Video on Demand-Angeboten
  • Sehr strenge Vorgaben an Drittanbieter von Mehrwertdiensten

Die Fernmeldedienstverordnung (FDV) schreibt Anbietern von Fernmeldediensten vor, mindestens einmal jährlich auf die Existenz und Handhabung eines Sperrsets hinzuweisen. Dieses Sperrset verhindert den Zugang zu kostenpflichtigen Mehrwertdiensten für bestimmte Anschlüsse. Swisscom informiert ihre Kunden jährlich per Rechnungsbeilage über diese kostenlose Dienstleistung. Bei allen jugend­lichen Abonnenten unter 16 Jahren wird das Sperrset automatisch aktiviert. Es lässt sich nur mit der Zustimmung der Erziehungsberechtigten deaktivieren.

Förderung der Medienkompetenz

Die von Swisscom ergriffenen Massnahmen im Jugendmedienschutz verringern viele Risiken, die sich ergeben, wenn Kinder und Jugendliche Medien nutzen. Swisscom erachtet jedoch die Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen als Königsweg, um die Risiken nach­haltig zu verringern. Darum engagiert sie sich seit vielen Jahren dafür, dass Kinder und Jugendliche die digitalen Medien sinn- und massvoll nutzen:

  • Medienkurse für Eltern, Lehrpersonen und Schüler: Die Medienkurse finden jeweils an Elternabenden oder an Lehrerweiterbildungen statt. Ziel der Kurse ist es, die Teilnehmenden auf Risiken zu sensibilisieren und Empfehlungen zur Mediennutzung in Familie und Schule zu vermitteln. Insgesamt hat Swisscom im Jahr 2015 schweizweit über 1’000 Veranstaltungen mit über 25’000 Teilnehmenden zum Thema Medienkompetenz durchgeführt. Damit gehört Swisscom zu den grössten Anbietern von Medienkurse in der Schweiz.
  • JAMES – Jugend, Aktivitäten, (Multi-)Media – Ergebnisse Schweiz: Die JAMES-Studie untersucht das Mediennutzungsverhalten Jugendlicher zwischen 12 und 19 Jahren. 2014 hat Swisscom die JAMES-Studie in Kooperation mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Zürich zum dritten Mal durchgeführt. Die aus JAMES gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen es Politik und Wissenschaft, auf Basis einer verlässlichen wissenschaftlichen Grundlage Schlüsse zu ziehen und Massnahmen einzuleiten. Swisscom füllt damit eine langjährige Forschungslücke, da vor dem Jahr 2010 keine durchgängige Erhebung der Mediennutzung Jugendlicher vorgelegen hat. 2016 ist eine neuerliche Erhebung vorgesehen.

Nationales Programm zur Förderung der Medienkompetenz

Der Bundesrat hat im Sommer 2010 das Programm «Jugend und Medien» ins Leben gerufen, um die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Das Bundesamt für Sozial­versicherungen (BSV) war für die Umsetzung des Programms verantwortlich, das Ende 2015 abgeschlossen wurde. Swisscom war während fünf Jahren Hauptpartnerin des Programms. Sie ist weiterhin überzeugt, dass im Bereich des Jugendmedienschutzes eine Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und öffentlicher Hand besonders wichtig ist.

Medienkurse für Eltern, Lehrpersonen und Schüler

Seit 2012 hat Swisscom ihr Kursangebot zur Förderung der Medienkompetenz kontinuierlich aus. Ihr Angebot umfasst neben den Informationsveranstaltungen für Eltern und Lehrpersonen einen modular aufgebauten Kurs für Schüler der Oberstufe (7.–9. Klasse) und ein flexibles Modul für die Schüler der Mittelstufe (4.–6. Klasse). Zur Wahl stehen den Lehrpersonen Kursmodule zum Mediennutzungsverhalten allgemein, zu rechtlichen Fragen im Internet, zu sozialen Netzwerken, zu sicherem Surfen und zum Thema Cybermobbing. Swisscom stellt für die teilnehmenden Klassen jeweils einen eigenen Kursleiter. Das Angebot hat sich auch 2015 einer ungebrochenen Beliebtheit erfreut.

Siehe unter www.swisscom.ch/​james

Swisscom Academy

Die Swisscom Academy schult seit 2005 Nutzer im Umgang mit Mobilfunkgeräten und Internet. In den Schulungszentren in Bern, Basel, Lausanne, Luzern, Genf und Zürich bietet Swisscom täglich Kurse an. Zudem ist die Academy jährlich an weiteren Standorten mobil präsent. Im Jahr 2015 haben sich über 12’000 Personen im Gebrauch moderner Kommunikationsmittel weitergebildet. Seit der Lancierung der Swisscom Academy haben sich damit schon 334’189 Menschen bei Swisscom auf die Schulbank gesetzt. Die Kurse richten sich an alle Menschen in der Schweiz und stehen Kunden wie Nichtkunden offen. Durch sie leistet Swisscom einen wichtigen Beitrag, die digitale Kluft zwischen den Generationen zu verkleinern.

Medienstark

Seit über zwei Jahren finden Eltern auf der Plattform Medienstark konkrete und praktische Tipps für einen kompetenten Umgang mit digitalen Medien im Familienalltag, erzählt anhand von Geschichten aus dem Familienalltag. Bereits zwölf Familien haben ihre persönlichen Erfahrungen rund um Privatsphäre, Cybermobbing, Gamesucht und Medienerziehung mit einer kontinuierlich steigenden Anzahl von Besuchern geteilt. Jeden Monat werden die Visits auf der Medienstark Seite automatisch erfasst und statistisch aufbereitet.

Siehe unter www.swisscom.ch/​medienstark