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Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld beeinflusst die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage von Swisscom wesentlich; so besonders die Entwicklung der Konjunktur, der Zinsen, der Währungskurse und der Kapitalmärkte.

Konjunktur

Im Jahr 2015 haben geldpolitische Entscheide der Nationalbank und eine Erholung im Euroraum die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz beeinflusst. Das Wirtschaftswachstum ist verhalten und wird vor allem durch die Konsumausgaben getragen. Die Arbeitslosenquote ist leicht gestiegen, doch ist die Inflation, gemessen am Landesindex der Konsumentenpreise, negativ.

Ein wesentlicher Teil der Umsätze von Swisscom aus Telefonie und Breitbanddiensten beruht auf festen Monatsgebühren mit geringen konjunkturell bedingten Nachfrageschwankungen. Einen zyklischeren Geschäftsverlauf verzeichnet hingegen das Projektgeschäft mit Geschäftskunden.

Zinsen

Das allgemeine Zinsniveau in der Schweiz liegt historisch tiefer als in den meisten anderen Industrieländern. Im Berichtsjahr hat die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sowie der europäischen und amerikanischen Zentralbanken die Höhe und die Entwicklung der Zinsen massgeblich geprägt. Die SNB hob am 15. Januar 2015 den Mindestkurs von CHF 1,20 pro EUR auf und führte gleichzeitig Negativzinsen für Guthaben auf Girokonten ein. In der Folge sanken auch die Renditen zehnjähriger Bundesobligationen in den negativen Bereich. Ende 2015 betrugen sie minus 0,05%.

WSGE_DP_GR_Zinsentwicklung

Die Zinsentwicklung hat direkte Auswirkungen auf die Höhe der Finanzierungskosten und beeinflusst in der Konzernrechnung die Bewertung von unterschiedlichen Abschlusspositionen wie Vermögenswerten, langfristigen Rückstellungen und Vorsorgeverpflichtungen. Swisscom hat auch 2015 die anhaltende Tiefzinsphase mit verschiedenen Finanzierungstransaktionen genutzt. Zu vorteilhaften Zinskonditionen hat sie Anleihen über CHF 400 Millionen und über EUR 500 Millionen mit Laufzeiten zwischen 8 und 20 Jahren sowie einen festverzinslichen Bankkredit über EUR 200 Millionen mit einer Laufzeit von 5 Jahren aufgenommen. Der Anteil der variabel verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten beträgt 24%, die Zinskosten aller Finanzschulden haben sich 2015 im Durchschnitt auf 2,3% (Vorjahr 2,6%) belaufen. Weiter hat Swisscom in der Vergangenheit Zinssatzswaps mit langen Laufzeiten abgeschlossen, die nicht für Hedge Accounting klassifizieren. Änderungen der Marktzinsen können zu hohen ergebniswirksamen Schwankungen der bilanzierten Marktwerte führen.

Währung

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am 15. Januar 2015 die Aufhebung des Mindestkurses CHF/EUR von 1,20 mitgeteilt. In der Folge wertete sich der Schweizer Franken vor allem gegenüber dem EUR stark auf. Ende 2015 lag der Kurs des EUR 9,8% unter dem Vorjahresendwert.

WSGE_DP_GR_EURO_CHF

Die direkten Auswirkungen der Währungsentwicklung auf die Geschäftstätigkeit von Swisscom sind nicht wesentlich. Swisscom erzielt in der Schweiz nur wenige Umsätze in Fremdwährungen. Beim Einkauf von Endgeräten und technischen Anlagen sowie bei Gebühren, die für die Benützung von ausländischen Fest- und Mobilfunknetzen durch Swisscom Kunden anfallen (Roaming), bestehen Transaktionsrisiken in Fremdwährungen (vor allem EUR und USD). Diese Risiken werden teilweise durch Devisentermingeschäfte abgesichert.

Swisscom finanziert sich mehrheitlich in Schweizer Franken. Der Anteil der finanziellen Verbindlichkeiten in EUR wurde in den letzten drei Jahren schrittweise vor allem durch die Ausgabe von Anleihen erhöht. Dadurch erzielte Swisscom eine bessere Diversifikation der Finanzierungsquellen. Ende 2015 betrugen die finanziellen Verbindlichkeiten CHF 8,6 Milliarden, davon 66,8% in CHF, 31,5% in EUR und 1,7% in USD. Die Währungsumrechnung ausländischer Konzerngesellschaften, besonders von Fastweb in Italien, beeinflusst die Darstellung der Vermögens- und Ertragslage in der Konzernrechnung. Die im Konzerneigen­kapital erfassten kumulierten Differenzen aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochtergesellschaften betrugen 2015 vor Abzug von Steuereffekten CHF 2,2 Milliarden (Vorjahr CHF 2,0 Milliarden). Ein Teil der Verbindlichkeiten in EUR wurde als Währungsabsicherung (Hedging) der Nettoinvestition in Fastweb designiert.

Kapitalmarkt

Die internationalen Aktienmärkte haben sich 2015 leicht positiv entwickelt. Der schweizerische Leitindex SMI ist um 1,8% gesunken. Swisscom hält die überschüssige Liquidität in Form flüssiger Mittel und kurzfristiger Geldmarktanlagen. Es bestehen nur unbedeutende direkte Finanzanlagen in Aktien oder anderen langfristigen Finanz­anlagen. Das Vermögen von rund CHF 9,3 Milliarden der rechtlich unabhängigen Stiftung comPlan, der Swisscom Pensionskasse in der Schweiz, ist in Aktien, Obligationen und anderen Anlagekategorien angelegt und unterliegt damit den Kapitalmarkt­risiken. Indirekt beeinflusst dies die in der Swisscom Konzernrechnung dargestellte Finanzlage.

Siehe unter www.swisscom.ch/​investor

Gesetzliches und regulatorisches Umfeld

Rechtliche Rahmenbedingungen für Swisscom

­Swisscom ist eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht. Sie wird durch das Tele­kommuni­kations­unternehmungs­gesetz (TUG), das Aktienrecht und die Statuten organisiert. In ihrer Tätigkeit hat sie sich in erster Linie nach der Fernmelde- und Rundfunkgesetzgebung zu richten. Daneben untersteht Swisscom den für die gesamte Wirtschaft geltenden Regeln, namentlich dem Wettbewerbsrecht. Als börsenkotierte Gesellschaft beachtet Swisscom zudem das Kapitalmarktrecht sowie die Verordnung des Bundesrats gegen übermässige Vergütungen bei börsen­kotierten Aktiengesellschaften (VegüV).

Tele­kommuni­kations­unternehmungs­gesetz (TUG) und Beziehung zur Schweizerischen Eidgenossenschaft (Bund)

Per 1. Januar 1998 sind die früheren PTT-Betriebe durch Gesetz in «Die Schweizerische Post» und die «­­Swisscom AG» umgewandelt worden (daher die Bezeichnung spezialgesetzliche Aktien­gesellschaft). Nach TUG und Statuten erbringt Swisscom im In- und Ausland Fernmelde- und Rundfunkdienste sowie damit zusammenhängende Produkte und Dienstleistungen. Gemäss TUG muss der Bund die kapital- und stimmenmässige Mehrheit an Swisscom halten. Für eine Aufgabe der Mehrheit des Bundes müsste das TUG geändert werden. Swisscom ist ferner verpflichtet, mit den Personal­verbänden Verhandlungen zum Abschluss eines Gesamt­arbeitsvertrags zu führen. Der Bundesrat legt für jeweils vier Jahre die Ziele fest, die der Bund als Haupt­aktionär erreichen will. Diese umfassen strategische, finanzielle und personalpolitische Ziele sowie Ziele hinsichtlich Kooperationen und Beteiligungen. Um Transparenz zu gewährleisten, sind die Ziele für die übrigen Aktionäre öffentlich. Die Absichten des Bundes fliessen in die vom Verwaltungsrat von Swisscom zu setzenden strategischen und operativen Unternehmensziele ein. Für die Berichtsperiode gelten die Ziele 2014 bis 2017. Der Bundesrat hat für Swisscom die folgenden finanziellen Ziele festgelegt:

  • Swisscom steigert langfristig den Unternehmenswert. Sie weist bezüglich Gesamtrendite, bestehend aus Dividendenausschüttung und Aktienkursentwicklung, eine Leistung auf, die mit vergleichbaren Tele­kommunikations­unternehmen in Europa Schritt hält.
  • Swisscom betreibt eine Dividendenpolitik, die dem Grundsatz der Stetigkeit folgt und eine im Vergleich mit anderen börsenkotierten Unternehmen in der Schweiz attraktive Dividenden­rendite gewährleistet. Dabei berücksichtigt sie die Erfordernisse einer nachhaltigen Investitionstätigkeit, einer risikogerechten und branchenüblichen Eigenkapitalquote sowie eines jederzeit einfachen Zugangs zu den Kapitalmärkten.
  • Swisscom strebt eine Nettoverschuldung von höchstens 2,1x EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) an. Zeitweise Überschreitungen dieser Quote sind zulässig.

Der Bundesrat erwartet zudem, dass Swisscom Kooperationen (Beteiligungen, Allianzen, Gründungen von Gesellschaften sowie andere Formen der Zusammenarbeit) nur eingeht, wenn diese zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts beitragen, sich führungsmässig gut betreuen lassen und möglichen Risiken genügend Rechnung tragen. Im Ausland dürfen keine Beteiligungen an Tele­kommunikations­gesellschaften mit Grundversorgungsauftrag eingegangen werden. Andere Beteiligungen im Ausland sind möglich, wenn sie das Kerngeschäft im Inland unterstützen oder eine andere strategisch-industrielle Logik aufweisen.

Siehe unter www.admin.ch
Fernmeldegesetz (FMG)

Das Fernmeldegesetz regelt, zu welchen Bedingungen marktbeherrschende Anbieter anderen Anbietern von Fernmeldediensten ihr Netz zur Verfügung stellen müssen. Es umfasst einen abschliessenden Katalog von Zugangsformen und beschränkt sich im Anschlussbereich auf Kupfer­leitungen. Die im Gesetz genannten Zugangsdienste müssen zu regulierten Bedingungen und besonders zu kostenorientierten Preisen angeboten werden. Neben dem Netzzugang regelt das Gesetz die Sicherstellung der Grundversorgung. Ziel ist es, allen Bevölkerungskreisen in allen Landes­teilen eine zuverlässige und erschwingliche Grundversorgung mit Fernmeldediensten zu gewährleisten. Periodisch legt der Bundesrat den Leistungsumfang mit den entsprechenden Qualitäts- und Preisvorgaben fest. Die Grundversorgung beinhaltet unter anderem den flächendeckend garantierten Zugang zu einem Breitbandanschluss mit einer Downloadgeschwindigkeit von mindestens 2 Mbit/s. Im Jahr 2007 hat die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) die entsprechende Grundversorgungskonzession bis 2017 an Swisscom vergeben. Swisscom hat bisher die Auflagen der Grundversorgungskonzession gemäss den Qualitätskriterien des Fernmelderechts ohne Beanstandungen und ohne finanzielle Abgeltung erfüllt. Darüber hinaus regelt das Fernmelde­gesetz die Modalitäten zur Nutzung des Funkfrequenzspektrums.

Siehe unter www.admin.ch
Wettbewerbsrecht/Kartellgesetz

Das Kartellgesetz untersagt wettbewerbsschädliche Abreden zwischen Unternehmen. Es sank­tioniert missbräuchliche Verhaltensweisen von marktbeherrschenden Unternehmen und verbietet Unter­nehmens­zusammen­schlüsse, die zu einer Beseitigung des Wettbewerbs führen. Als missbräuchliche Verhaltensweise gilt beispielsweise die Diskriminierung von Handelspartnern bei Preisen oder sonstigen Geschäftsbedingungen.

Siehe unter www.admin.ch
Kapitalmarktrecht

Die Aktien der Swisscom AG sind an der SIX Swiss Exchange in Zürich kotiert. Zudem hat Swisscom Anleihensobligationen ausgegeben, die an der SIX Swiss Exchange gehandelt werden. Swisscom hat deshalb die schweizerische Börsengesetzgebung und -regulierung zu beachten. Unter anderem untersteht sie den Vorschriften über die Rechnungs­legung und die Finanzberichterstattung sowie über die Ad-hoc-Publizität. Sie hat Trans­aktionen in Swisscom Effekten durch die Mitglieder des Verwaltungsrats und der Konzernleitung offenzulegen. Eine Beteiligung an Swisscom muss zudem offengelegt werden, wenn sie bestimmte Grenzen über- oder unterschreitet beziehungsweise erreicht.

Regulatorische Entwicklung 2015 in der Schweiz
Laufende Verfahren nach Fernmelde- und Wettbewerbsrecht

In den vergangenen Jahren sind gegen Swisscom unterschiedliche Verfahren nach dem Fernmelde- und dem Wettbewerbsrecht eröffnet worden. Im Oktober 2015 hat das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde von Swisscom gegen die Sanktionsverfügung der Wettbewerbskommission wegen angeblich missbräuchlicher Preise für Breitbanddienste in der Zeit bis Ende 2007 teilweise gutgeheissen und die verhängte Sanktion von CHF 220 Millionen auf CHF 186 Millionen reduziert. Swisscom hält die Sanktion für nicht gerechtfertigt und hat beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. Weitere Informationen zu den laufenden Verfahren sind in den Erläuterungen 28 und 29 des Anhangs zur Konzernrechnung enthalten.

Siehe Bericht Seiten 190–192
Service-Public-Initiative

Die von einem Schweizer Konsumentenmagazin im Juni 2013 eingegebene Volksinitiative «Pro Service Public» verlangt vom Bund, beim Service Public auf Gewinn, Quersubventionierungen und fiskalische Interessen zu verzichten und die Löhne der bundesnahen Unternehmen denjenigen der Bundesverwaltung anzugleichen. Der Bundesrat sowie das Parlament haben die Initiative ohne Gegenvorschlag abgelehnt. Die eidgenössische Volksabstimmung über die Initiative wird im Juni 2016 stattfinden.

Revision des Fernmeldegesetzes (FMG)

Der Bundesrat hat am 11. Dezember 2015 die Vernehmlassung für eine FMG-Revision eröffnet. Er will eine Gesetzgebung in zwei Stufen. In der ersten Stufe sollen die vordringlichen Probleme an die Hand genommen werden. In der zweiten Stufe sollen ein Systemwechsel bei der Zugangsregulierung und grundlegendere Anpassungen bei der Grundversorgung ins Auge gefasst werden. Swisscom begrüsst, dass der Bundesrat in der anstehenden FMG-Revision die heiklen, politisch umstrittenen Fragen einer Ausdehnung der Preisregulierung auf Breitbandnetze sowie eines staatlich finanzierten Breitbandausbaus aus der Vorlage ausklammern will. Nebst anderen, vorwiegend formellen und technischen Anpassungen sollen mit der FMG-Revision gewisse Markteingriffe verschärft werden. So soll das System der Zugangsregulierung an die Mechanismen der EU angepasst und das Verhandlungsprinzip faktisch abgeschafft werden. Zudem sollen Roamingpreise und Bündelangebote reguliert werden können. Swisscom ist der Meinung, dass diese Verschärfungen den Wettbewerb und damit die erfreulichen Marktergebnisse beeinträchtigen würden. Ebenfalls gesetzlich geregelt werden sollen berechtigte Anliegen im Bereich des Konsumenten- und Jugendschutzes, des Netzausbaus oder etwa zum Thema Netzneutralität. Wie die vergangenen Jahre gezeigt haben, lassen sich diese Anliegen über andere Wege einfacher und effektiver lösen. Im Vordergrund stehen Branchenlösungen (Selbstregulierungen) wie der runde Tisch zur Koordinierung des Glasfaserausbaus, der Verhaltenskodex zur Netzneutralität oder die asut-Brancheninitiative zu einem verbesserten Jugendmedienschutz.

Revision der Fernmeldedienstverordnung (FDV)

Am 29. September 2015 hat der Bundesrat die Vernehmlassung zur Anpassung der Grundversorgung 2018 eröffnet, zu der Swisscom fristgerecht Stellung genommen hat. Swisscom äussert sich in ihrer Stellungnahme einerseits kritisch zur geplanten Anpassung der Preisobergrenzen, weil sie darin einen ungerechtfertigten Eingriff in einen funktionierenden Markt erkennt; andererseits zur Erhöhung der Mindestbandbreite beim Breitband-Internetzugang, da eine solche Erhöhung der Bandbreite um 1 Mbit/s viele Kosten verursachen würde, ohne den betroffenen Kunden einen spürbaren Nutzen zu bringen. Als erfreulich wertet Swisscom den Umstand, dass die Notwendigkeit des Technologiewechsels auf die IP-Technologie anerkannt wird.

Roaming

Im Parlament waren zwei Motionen hängig, die das Roaming analog zur EU regulieren wollten. Danach hätte der Bundesrat für alle Tele­kommuni­kations­anbieter verbindliche Höchsttarife bei im Ausland ein- und abgehenden Anrufen, SMS und bei Datentransfers festlegen sollen. Der Ständerat hatte die beiden gleichlautenden Motionen sistiert, um der Branche Zeit zu geben, zu reagieren. Am 9. März 2015 war die Mehrheit im Ständerat der Ansicht, dass die Tele­kommuni­kations­anbieter inzwischen die überhöhten Preise gesenkt hätten und es mit WLAN, Skype und anderen Angeboten genügend Alternativen gäbe. Die Motionen wurden schliesslich abgelehnt.

Netzneutralität

Am 17. Juni 2014 hatte der Nationalrat eine Motion angenommen, die den Bundesrat verpflichten wollte, die Netzneutralität gesetzlich zu verankern. Der Ständerat hat diesen Vorstoss am 16. März 2015 abgelehnt. Seine vorberatende Kommission war der Ansicht, dass es keinen dringenden Handlungsbedarf gebe. Er folgte damit dem Bundesrat, der gemäss Bundesrätin Leuthard vorderhand auf den Verhaltenskodex, den die Branche Ende 2014 ausgearbeitet hatte, setze. Im Rahmen der Ende 2015 gestarteten Revision des Fernmeldegesetzes will der Bundesrat die Fernmeldeanbieterinnen verpflichten, im Falle einer unterschiedlichen Behandlung von Daten bei deren Übertragung öffentlich zu informieren.

Urheberrechtsschutz – Vernehmlassungsvorlage für eine URG-Revision

Im Dezember 2015 hat der Bundesrat eine Vernehmlassung für eine Revision des Urheberrechts eröffnet. Das Urheberrecht soll modernisiert und die Piraterie besser bekämpft werden. Die geplanten Vorschriften halten sich grösstenteils an die Empfehlungen der Arbeitsgruppe Urheberrecht. Swisscom hat ein Interesse an einem funktionierenden Urheberrechtsschutz und ist der Meinung, dass die Vorlage die Anliegen der verschiedenen Interessengruppen im Grossen und Ganzen ausgewogen berücksichtigt.

Revision des Bundesgesetzes über die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF)

Im Februar 2013 hat der Bundesrat die Botschaft zur Revision des BÜPF an das Parlament verabschiedet. Die Revision soll sicherstellen, dass die Verwendung moderner Technologien notwendige Überwachungen nicht verunmöglicht. Das aktuelle Gebühren- und Entschädigungs­modell für Telekommunikationsdienste soll weiterbestehen. Die parlamentarische Beratung ist noch nicht abgeschlossen.

Regulatorische Unterschiede zur Europäischen Union

In der Europäischen Union (EU) verfügt die Regulierungsbehörde über weitreichende Kompetenzen, Märkte zu analysieren und Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht Verpflichtungen hinsichtlich Nichtdiskriminierung, Transparenz und Zugangsformen aufzuerlegen (sogenannte Ex-ante-­Regulierung). Der Schweizer Gesetzgeber hat eine solch umfangreiche Regulierung abgelehnt, da die hiesigen Marktverhältnisse anders als in den meisten EU-Mitgliedländern sind. So herrscht in der Schweiz ein nahezu flächendeckender Wettbewerb zwischen Swisscom und den Kabelnetz­betreibern. Zudem sind städtische und regionale Elektrizitätswerke in den Markt ein­getreten. Die Schweizer Verhältnisse verlangen deshalb eine andere Regulierung als Länder wie Frankreich oder Italien, in denen es im Wesentlichen nur einen einzigen Anschlussnetzbetreiber gibt und wo sich kein Plattformwettbewerb entwickelt hat.

Gesetzliches und regulatorisches Umfeld in Italien
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Fastweb

Als Mitglied der Europäischen Union ist Italien verpflichtet, seine nationale Gesetzgebung in Einklang mit der europäischen Rechtsgrundlage zu bringen. Es ist die Aufgabe der italienischen Telekommunikations-Regulierungsbehörde Autorità per le Garanzie nelle Comunicazioni (AGCOM), Unternehmen auf Grundlage einer von der Europäischen Kommission bestimmten Analyse der Märkte behörd­liche Auflagen aufzuerlegen. Entwürfe solcher Vorschriften und entsprechende Regulierungen müssen der Europäischen Kommission und den Regulierungsbehörden der anderen Mitglied­staaten vorgelegt werden, die sich dazu äussern oder ein Veto einlegen dürfen. Die Geschäftstätigkeiten von Fastweb, der italienischen Tochtergesellschaft von Swisscom, werden somit vom italienischen und europäischen Telekommunikationsrecht und von dessen Anwendung stark beeinflusst.

Regulatorische Entwicklung 2015 in Italien

Die AGCOM hat 2015 ihre Arbeit an der Marktanalyse für Vorleistungsmärkte fortgesetzt, welche die regulatorischen Richtlinien für die nächsten drei Jahre festlegen wird. Im Februar 2015 hat sie ein neues Konsultationspapier veröffentlicht und im Juli 2015 den Entwurf des endgültigen Beschlusses erlassen, welcher der Europäischen Kommission übermittelt worden ist. Die AGCOM schlägt für den Zeitraum von 2015 bis 2017 vor, die zuletzt 2013 genehmigten Vorleistungspreise zu senken. Ausserdem empfiehlt sie, die Auslagerung von Aktivierungs- und Wartungsdiensten bei Vorleistungsverbindungen an qualifizierte externe Techniker zu gestatten. Ebenso befürwortet sie Verbesserungen der Dienstleistungsvereinbarungen sowie Anreize und Sanktionen, um die Durchdringung mit entbündelten Teilnehmeranschlüssen zu erhöhen.

Im April 2015 hat die AGCOM einen Beschluss erlassen, um dem Entscheid des italienischen Bundesverwaltungsgerichts nachzukommen. Damit wird die Erhöhung der Vorleistungspreise für die Jahre 2009 sowie 2010 bis 2012 annulliert; ferner werden die Preise für die entbündelten Teilnehmeranschlüsse für die Jahre 2010 bis 2012 rückwirkend gesenkt. Ein zweiter Entscheid zur Revision der Preise für WLR- (Wholesale Line Rental-) und Bitstream-Dienste steht noch aus.

Die AGCOM hat 2015 eine neue Marktanalyse über Terminierungsentgelte im Mobilfunk abgeschlossen. Darin schlägt sie vor, dass die Terminierungspreise im Mobilfunk im Zeitraum von 2015 bis 2017 für alle Mobilfunkbetreiber auf der Vorleistungsebene von 98 Cent pro Minute basieren sollten. Im Juli 2015 hat die AGCOM den Entwurf des endgültigen Beschlusses der Europäischen Kommission zugesandt. Der endgültige Beschluss sollte bis Ende 2015 ratifiziert sein. Ferner schlägt die AGCOM vor, den Mobilfunkbetreibern die Möglichkeit einzuräumen, Terminierungsentgelte für Länder ausserhalb der EU nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit festzulegen. Ebenso unterliegen vollwertige MVNOs künftig den regulierten Terminierungsentgelten.

Hinsichtlich der Festnetz-Terminierungsentgelte hat die AGCOM eine neue Marktanalyse in Arbeit gegeben. Eine öffentliche Konsultation wird Anfang 2016 erwartet.

Anspruchsgruppen von Swisscom

Der Dialog mit den Anspruchsgruppen erfolgt abhängig von der Tiefe der Beziehung sowie der Interessenlage der einzelnen Anspruchsgruppen. Nicht zuletzt entscheidet die Grösse der einzelnen Anspruchsgruppe über die Möglichkeiten des Dialogs. Die Webseite von Swisscom vermittelt eine Übersicht der Anspruchsgruppen.

Kunden

­Swisscom befragt Privatkunden systematisch nach ihren Bedürfnissen und ihrer Zufriedenheit. So erfassen Customer-Relationship-Manager Kunden­bedürfnisse direkt im Kontakt mit dem Kunden. Weiter finden regelmässig repräsentative Umfragen zur Kundenzufriedenheit statt. Diese umfassen unter anderem die Frage, in welchem Umfang die Kunden Swisscom als ein gegenüber Umwelt und Gesellschaft verantwortungsvoll handelndes Unternehmen wahrnehmen.

Unter den Geschäftskunden finden periodische Umfragen statt – darunter zu Fragen der Nachhaltigkeit. Swisscom pflegt zudem regelmässige Kontakte mit den Konsumentenverbänden aller Sprachregionen und unterhält Blogs sowie weitere Online-Diskussionsplattformen. Insgesamt ergeben die Befragungen das folgende Bild: Die Kunden erwarten eine attraktive Preisgestaltung, einen guten Service, Markttransparenz, ein verantwortungsvolles Marketing, eine flächendeckende Versorgung, ein stabiles Netz, strahlungsarme Kommuni­kations­techno­logien sowie nachhaltige Produkte und Dienstleistungen.

Aktionäre und Fremdkapitalgeber

Zusätzlich zur jährlichen Generalversammlung pflegt Swisscom den Austausch mit ihren Aktionären an Analystenpräsentationen, Roadshows und in regelmässigen Telefonkonferenzen. Der Bund als Hauptaktionär stellt einen Vertreter im Verwaltungsrat von Swisscom und legt jeweils für vier Jahre die Ziele für Swisscom fest. Ferner unterhält Swisscom regelmässig Kontakte zu zahlreichen Fremdkapitalgebern sowie Rating­agenturen. Die Aktionäre und Fremdkapitalgeber erwarten von Swisscom in erster Linie Stabilität, Rentabilität und Innovation.

Behörden/Anwohner

­Swisscom pflegt mit unterschiedlichen Behörden regelmässig einen intensiven Austausch. Ein zentrales Thema ist dabei der Ausbau des Mobilfunknetzes. Mobile Daten­anwendungen erfreuen sich bei den Kunden steigender Beliebtheit. Es ist offenkundig, dass der Mobilfunk zwar genutzt und geschätzt, der Ausbau der dafür erforderlichen Infrastruktur jedoch nicht immer akzeptiert wird.

Beim Netzausbau führen divergierende Interessen zu Spannungen. Swisscom führt seit Jahren einen Dialog mit Anwohnern und Gemeindebehörden über die Netzplanung. Dieser Dialog bietet den Betroffenen bei Bauvorhaben die Gelegenheit, geeignete Alternativstandorte vorzuschlagen. Ebenso pflegt Swisscom zu weiteren Themen und bei anderen Gelegenheiten den regelmässigen Austausch mit Behörden; so etwa im Rahmen des jährlich durchgeführten Zweitageseminars «Schulen ans Internet», zu dem die ICT-Verantwortlichen der kantonalen Erziehungsdirektionen eingeladen sind. Dabei erwartet die Anspruchsgruppe der Behörden, dass Swisscom ihre Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und besonders gegenüber den Jugendlichen entschieden wahrnimmt.

Gesetzgeber

­Swisscom setzt sich mit politisch und regulatorisch relevanten Themen aus­einander. Sie vertritt ihre Interessen gegenüber politischen Parteien, Behörden und Verbänden. Der Gesetzgeber verlangt von Swisscom Regeltreue (Compliance), eine flächendeckende Netzabdeckung und die Technologieführerschaft.

Lieferanten

Die Beschaffungsorganisationen von Swisscom setzen sich regelmässig mit Lieferanten und Lieferanten­beziehungen auseinander. Sie analysieren Bewertungsresultate, formulieren Zielverein­barungen und prüfen die Leistungserfüllung. Einmal jährlich treffen sich die Beschaffungs­organisationen am Key Supplier Day mit ihren wichtigsten Lieferanten. Im Zentrum stehen dabei die Risikoverminderung und die Verantwortung in der Lieferkette. Für den Dialog mit globalen Lieferanten setzt Swisscom zusätzlich auf internationale Branchenkooperationen.

Medien

Swisscom pflegt einen intensiven Austausch mit Medienschaffenden während sieben Tagen in der Woche. Die Medienarbeit von Swisscom orientiert sich an fachlich-journalistischen Grund­sätzen. Neben der Medienstelle pflegen Vertreter des Managements einen regelmässigen Dialog mit Journalisten und stehen für Interviews und weiterführende Hintergrundgespräche zur Verfügung.

Mitarbeitende und Personalvertretung

Um ihren Auftrag zu erfüllen und ihr Kundenversprechen einzulösen, ist Swisscom auf mitdenkende, eigenverantwortliche und engagierte Mitarbeitende angewiesen. Nur dank ihrer Mitarbeitenden wird Swisscom bei den Kunden erlebbar. Aus dem Dialog mit den Kunden gewinnt Swisscom wertvolle Informationen. Diese fliessen über die Kundenschnittstellen ins Unternehmen zurück und gestatten es Swisscom, ihre Produkte und Dienstleistungen stetig zu verbessern. Dank einer Vielzahl von Kommunikationsplattformen und -massnahmen sowie einer entsprechenden Unternehmenskultur fördert Swisscom ferner den Dialog und Austausch innerhalb des Unternehmens. Alle zwei Jahre führt Swisscom eine Umfrage unter den Mitarbeitenden durch. Die Resultate der Umfrage geben Anstoss zu Projekten und konkreten Massnahmen. Die Zukunft von Swisscom mitzugestalten, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Personalvertretung. Mit den Personalvertretern organisiert Swisscom zweimal jährlich einen runden Tisch. Die Anliegen der Mit­arbeitenden fallen vor allem in die Bereiche Sozialpartnerschaft, Berufs- und Weiterbildung, Diversity, Gesundheit und Arbeitssicherheit. Mit Teams aller Organisationseinheiten führt Swisscom den auf Nachhaltigkeitsthemen ausgerichteten Hallo-Zukunft-Dialog durch. Im Rahmen dieses Dialogs informiert Swisscom die Mitarbeitenden über ihr Nachhaltigkeitsengagement und ermuntert sie, im Alltag Nachhaltigkeitsmassnahmen umzusetzen.

Partner und NGOs

Der Austausch mit Partnern im Rahmen von Projekten ist Swisscom wichtig; so beispielsweise mit den WWF Climate Savers, mit myclimate, mit Kinderschutz Schweiz und mit Organisationen, die sich um die spezifischen Bedürfnisse betroffener Gruppen kümmern. Gelebte Partnerschaften sowie ein soziales und ökologisches Engagement von Swisscom besitzen für die Anspruchsgruppe der Partner und NGOs eine besonders hohe Relevanz.

Entwicklung des Markts für Telekommunikations- und Informatik­dienst­leistungen

Schweizer Tele­kommuni­kations­markt

Die Schweiz verfügt über drei Mobilfunknetze sowie über mehrere Netze im Festnetzbereich. Ferner werden TV-Signale in der Schweiz terrestrisch über Antenne sowie über Satellit verbreitet. Der Schweizer Tele­kommuni­kations­markt ist im internationalen Vergleich hoch entwickelt. Ihn prägen Innovation sowie ein vielfältiges Angebot an Dienstleistungen rund um die Sprach- und Datenkommunikation sowie um die Verbreitung von TV-Signalen. Gesamthaft erzielt der Schweizer Tele­kommuni­kations­markt ein Umsatzvolumen von schätzungsweise CHF 13 Milliarden. Er befindet sich dabei im Wandel, denn Telekommunikation, Informationstechnologie sowie Media und Entertainment verschmelzen. Ausserdem ist er durch die voranschreitende Digitalisierung und Vernetzung geprägt. Zunehmend treten neue, global agierende Wettbewerber in den Schweizer Tele­kommuni­kations­markt ein. Diese Anbieter stellen weltweit internetbasierte Gratis- sowie Bezahldienste einschliesslich Telefonie, Kurznachrichten und TV zur Verfügung. Auch spielen Cloud-Lösungen eine immer bedeutendere Rolle, wodurch sich Speicherkapazität, Rechnerleistung, Software und Dienste zunehmend ins Internet verlagern. Weiterhin verändern sich die Kunden­bedürfnisse. Die Kunden greifen zunehmend an jedem erdenklichen Ort zu jeder erdenklichen Zeit mit ganz unterschiedlichen internetfähigen Endgeräten auf Daten sowie Anwendungen zu. Dies führt insgesamt zu einer rasant wachsenden Nachfrage nach hohen Bandbreiten, die den Zugriff mit hoher Geschwindigkeit und mit hoher Qualität erlauben. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, baut Swisscom an der Netzinfrastruktur der Zukunft. Den stetig steigenden Datenmengen begegnet sie durch den kontinuierlichen Breitband­ausbau im Festnetz sowie durch den weiteren Ausbau neuer Technologien wie 4G/LTE (Long Term Evolution) im Mobilfunknetz. Swisscom bietet zudem technologieübergreifende Bündelangebote an, die neben einem Festnetzanschluss mit Telefonie, Internet und TV zusätzlich einen Mobilfunkanschluss beinhalten. Der Schweizer Tele­kommuni­kations­markt lässt sich somit in die für Swisscom relevanten Teilmärkte Mobilfunk, Breitband, TV und Festnetztelefonie gliedern.

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Mobilfunkmarkt

In der Schweiz betreiben die drei Unternehmen Swisscom, Salt und Sunrise eigene grossflächige Mobilfunknetze. Der Schweizer Mobilfunkmarkt entwickelt sich weiterhin dynamisch. Dies zeigen unter anderem der Verkauf von Orange und der darauf folgende Namenwechsel von Orange zu Salt oder der Anfang 2015 vollzogene Börsengang von Sunrise. Als weiterer grosser Marktteilnehmer bietet upc cablecom (als MVNO, Mobile Virtual Network Operator) auf dem Netz von Salt ein eigenes Mobilfunkangebot an. Auch Swisscom stellt ihr Mobilfunknetz Drittanbietern zur Verfügung, die ihren Kunden über das Swisscom Netz eigene Produkte und Dienste anbieten.

Die Ansprüche der Nutzer an die Mobilfunknetze steigen stetig. Um den Kunden eine optimale Datenverbindung zu bieten, baut Swisscom ihr Mobilfunknetz stetig mit den neuesten Technologien aus. Der Anstieg von Mobilfunkanschlüssen (SIM-Karten) ist in der Schweiz 2015 aufgrund der bereits hohen Marktdurchdringung wiederum gering ausgefallen. Die Anzahl Mobilfunkanschlüsse der drei Netzbetreiber beträgt über 11 Millionen, womit die Durchdringung in der Schweiz bei rund 135% liegt. Die technischen Möglichkeiten nehmen dank der rasanten Verbreitung von Smartphones weiter zu. Die neu eingeführten Mobilfunkangebote wie Natel infinity plus berücksichtigen die sich wandelnden Bedürfnisse der Kunden. Durch diese Abonnemente sind Swisscom Kunden zum Pauschaltarif und unbegrenzt in der Lage, mobil in alle Schweizer Netze zu telefonieren, SMS zu versenden und im Internet zu surfen. Die einzelnen Angebote unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Geschwindigkeit im mobilen Datenverkehr sowie der Tage der inkludierten Nutzung im Ausland. Nutzern, die nur gelegentlich auf das Mobilfunknetz zugreifen, bietet Swisscom Prepaid-Angebote ohne monatliche Abonnementsgebühr an.

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­­Swisscom hat 2015 ihren Marktanteil stabil bei 59% gehalten (Postpaid 64%, Prepaid 50%). Der Anteil an Postpaid-Kunden liegt in der Schweiz bei rund 62%. Die Preise für Mobilfunkdienste sind 2015 wettbewerbsbedingt wie in den Vorjahren gesunken.

Festnetz

Die Schweiz ist nahezu vollständig mit leitungsgebundenen Breitbandnetzen erschlossen. Neben den Festnetzen der Tele­kommuni­kations­anbieter wie Swisscom oder Sunrise existieren Kabelnetze von upc cablecom und weiteren kleineren und mittelgrossen Kabelnetzbetreibern. Zudem bauen und betreiben auf regionaler Ebene neue Marktteilnehmer wie beispielsweise in Städten und Gemeinden tätige Versorgungsunternehmen Glasfasernetze in eigener Regie. Um den steigenden Ansprüchen an die Netze gerecht zu werden, baut Swisscom ihr bestehendes Festnetz zu einem leistungsstarken auf hochmoderner Glasfasertechnologie basierenden Ultrabreitbandnetz aus. Das auf diesem Netz verwendete digitale Internetprotokoll (IP) wird die traditionellen Übertragungs­techniken mittelfristig ersetzen. Die IP-Technologie ermöglicht über dasselbe Netz, unterschiedliche Dienste flexibel und schnell miteinander zu verbinden und schneller als bisher auf den Markt zu bringen. Der leitungsgebundene Breitbandanschluss entwickelt sich somit zunehmend zum Grund­anschluss des Kunden. Er bildet die Grundlage für ein vielfältiges Produktangebot nationaler wie auch global agierender Wettbewerber. Swisscom bietet im Festnetzbereich neben Einzelprodukten unterschiedliche, auf die Kunden­bedürfnisse zugeschnittene Bündelangebote an, die neben dem Breitbandanschluss wahlweise TV und/oder Festnetztelefonie umfassen. Um die Bedürfnisse digital affiner, meist jüngerer und urbaner Menschen noch besser abzudecken, hat Swisscom 2015 die eigenständige Marke Wingo lanciert. Wingo führt ein reduziertes Angebot für die junge Zielgruppe und ist ausschliesslich in Gebieten verfügbar, in denen bereits Glasfaserleitungen bis in die Wohnungen der Kunden verlegt worden sind.

Breitbandmarkt

Auf den Netzen von Telekomanbietern und Kabelnetzbetreibern basierende Infrastrukturen sind in der Schweiz die meistverbreiteten Zugangstechnologien für Breit­band­anschlüsse. Ende 2015 hat die Anzahl der Retail-Breit­band­anschlüsse in der Schweiz 3,6 Millionen betragen, was 84% der Haushalte und Geschäfte in der Schweiz entspricht. Damit belegt die Schweiz bei der Marktdurch­dringung mit Breit­band­anschlüssen im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz.

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Die Zahl der Breit­band­anschlüsse ist 2015 wie im Vorjahr um rund 4% gewachsen. Dabei war – wie schon im Vorjahr – das Wachstum der Breit­band­anschlüsse der Kabelnetz­betreiber höher als das Wachstum der Breitband­anschlüsse der Tele­kommuni­kations­anbieter. Von den Neuzugängen entfielen 2015 mehr als ein Drittel auf Anschlüsse von Tele­kommuni­kations­anbietern, womit deren Marktanteil – gemessen an der Anzahl Breit­band­anschlüsse – bei 66% (Vorjahr 67%) lag. Davon entfielen 54% (Vorjahr 54%) auf Swisscom Endkunden und 12% (Vorjahr 13%) auf Swisscom Whole­sale-Angebote sowie vollständig entbündelte Anschlüsse.

TV-Markt

Die Übertragungsarten für TV-Signale in der Schweiz sind der Kabelanschluss, der Breitband­anschluss, der Satellitenempfang, der Empfang über Antennen (terrestrisch) sowie der Mobilfunk. Die Bedeutung und die Marktdurchdringung des hochauflösenden digitalen Fernsehens nehmen ständig zu. upc cablecom hat 2015 die Verbreitung analoger TV-Signale eingestellt. Zudem drängen weitere nationale sowie internationale Unternehmen auf den Schweizer TV-Markt. Diese bieten TV- wie auch Video-on-Demand-Dienste an, die unabhängig vom Internetanbieter über einen bestehenden Breitbandanschluss genutzt werden.

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­­Mehr als 85% der TV-Anschlüsse werden über das Kabel- oder das Breitbandnetz bereitgestellt. Die grössten Marktanteile entfallen dabei auf das Kabelfernsehen und Swisscom TV. Swisscom hat ihren Marktanteil dank des eigenen digitalen Fernsehangebots Swisscom TV in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert. Ende 2015 liegt der Marktanteil von Swisscom bei 29% (Vorjahr 26%).

Markt der Festnetztelefonie

Die Festnetztelefonie basiert hauptsächlich auf den Anschlüssen der Festnetze der Tele­kommuni­kations­anbieter und der Kabelnetze. Die Anzahl Festnetzanschlüsse von Swisscom nimmt kontinuierlich ab. Dieser Trend hat sich 2015 fortgesetzt, wobei die Anzahl der Festnetzanschlüsse von Swisscom um rund 5% auf 2,6 Millionen gesunken ist. Hauptgrund für die Abnahme war die Substitution von Festnetz­anschlüssen durch den Mobilfunk und die leichte Abnahme der Marktanteile.

Markt für Informatik­dienst­leistungen Schweiz

Der Markt für Informatik­dienst­leistungen hat 2015 ein Umsatzvolumen von CHF 8,7 Milliarden erreicht. Für 2019 wird das gesamte Marktvolumen auf CHF 9,4 Milliarden geschätzt. Swisscom erwartet das grösste Wachstum im Bereich Business Process Outsourcing (BPO) und im Segment der auf Infrastrukturprojekte und Applikationen ausgerichteten Dienstleistungen. Dieses Wachstum ergibt sich aus der zunehmenden Anzahl businessgetriebener ICT-Projekte. Die Kunden erwarten dabei in der Regel branchen- und prozessspezifisch ausgerichtete Dienstleistungen mit entsprechender Beratung. Die Wachstumsaussichten sind allerdings vor dem Hintergrund der Frankenstärke und des durch die Digitalisierung zunehmend globalen Wettbewerbs zu beurteilen. Entsprechend stehen Mitbewerber wie Schweizer Unternehmen unter Kostendruck. Während ICT-Anbieter nach neuen Rollen suchen und zum Teil eigene Cloud-Angebote aufbauen, stellen Kunden ICT-Investitionen vermehrt zurück.

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Die Bewegung im Markt und IT-Innovationen schaffen neue Chancen für Swisscom. Als eine der wenigen Anbieterinnen von ganzheitlichen Digitalisierungslösungen hilft Swisscom Unternehmen, Prozesse zu vereinfachen, zu automatisieren sowie bestehende Lösungen zu integrieren. Zudem entwickelt Swisscom mit ihren Kunden im Co-Creation-Modus neue IT-Services. Dadurch wird Swisscom als Treiberin der Digitalisierung in der Schweizer Wirtschaft wahrgenommen. Sie ist dank eines Marktanteils von rund 9% auf dem Schweizer Markt weiterhin eine der grössten Anbieterinnen von Informatik­dienst­leistungen.

Breitbandmarkt Italien

Mit einem Einzelumsatzvolumen von rund EUR 13 Milliarden ist der italienische festnetzbasierte Breitbandmarkt der viertgrösste in Europa. Im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern gibt es in Italien keine Kabelnetzanbieter, die Breitbanddienste anbieten. Nur etwas mehr als die Hälfte aller Haushalte und Geschäfte in Italien verfügen über einen Zugang zum Breitbandnetzwerk; die Durchdringung mit Breitband liegt daher weit unter dem europäischen Durchschnitt. Der italienische Markt wird weiterhin von Bündelprodukten bestimmt, die Sprach- und Breitbanddienste kombinieren. Er steht aufgrund des wettbewerbsintensiven Umfelds unter erheblichem Preisdruck. Ultraschnelle Breitbanddienste haben an Akzeptanz gewonnen. Die Marktführer bei Glasfaser-/VDSL-Angeboten sind Telecom Italia und Fastweb.

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Dank eines Anteils von 49% (Vorjahr 50%) nimmt Telecom Italia eine führende Position auf dem italienischen Breitbandmarkt ein. Fastweb erhöhte ihren Marktanteil gegenüber dem Vorjahr von 15% auf 16% und schloss damit zu Wind auf den zweiten Platz hinter Telecom Italia auf.

Für Dienstleistungsanbieter erweist sich eine dauerhafte landesweite Präsenz angesichts der Komplexität von Produkten und Dienstleistungen als immer wichtiger. Vor diesem Hintergrund baut Fastweb das ultraschnelle Breitbandnetzwerk weiter aus und beabsichtigt, bis Ende 2016 rund 7,5 Millionen Haushalte und Geschäfte oder 30% der Bevölkerung abzudecken. Fastweb hat sich ferner dazu entschlossen, das eigene Vertriebsnetzwerk auszubauen, die Effizienz der Struktur der Vertriebshändler zu verbessern und die Investitionen in die eigenen Vertriebsstellen in den grösseren Städten Italiens zu erhöhen.