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28 Rückstellungen


In Millionen CHF
 


Stellenabbau
 
Abbruch-
und Instand-
stellungskosten
  Regulatorische
und wettbewerbs-
rechtliche
Verfahren
 


Übrige
 


Total
Bestand am 31. Dezember 2013   45   481   118   155   799
Bildung Rückstellungen   8   162   3   44   217
Barwertanpassungen     13   2   1   16
Auflösung nicht beanspruchter Rückstellungen   (9)   (6)     (30)   (45)
Verwendung   (16)   (4)   (17)   (24)   (61)
Zugänge aus Unter­nehmens­zusammen­schlüssen   1       1   2
Währungsumrechnung         (1)   (1)
Bestand am 31. Dezember 2014   29   646   106   146   927
Bildung Rückstellungen   70     208   23   301
Barwertanpassungen     11     2   13
Auflösung nicht beanspruchter Rückstellungen   (3)   (62)     (7)   (72)
Verwendung   (8)   (2)   (4)   (14)   (28)
Zugänge aus Unter­nehmens­zusammen­schlüssen         2   2
Abgänge aus Verkauf von Tochtergesellschaften         (2)   (2)
Währungsumrechnung         (2)   (2)
Bestand am 31. Dezember 2015   88   593   310   148   1’139
Davon kurzfristige Rückstellungen   86     186   79   351
Davon langfristige Rückstellungen   2   593   124   69   788

Rückstellungen für Stellenabbau

Im vierten Quartal 2015 hat Swisscom eine Rückstellung für Stellenabbau von CHF 70 Millionen erfasst. Swisscom AGiert in einem Markt, der von intensivem Wettbewerb und verstärkter Preis­dynamik geprägt ist. Aus diesem Grund hat sich Swisscom das Ziel gesetzt, die Kostenbasis zu senken. Dies soll mit Organisationsanpassungen, Stellenreduktionen, Prozessoptimierungen und der Transformation auf All-IP-Technologie erreicht werden. Zusätzlich verändert der Wandel im Geschäft das Arbeitsplatzangebot von Swisscom: Arbeitsstellen in traditionellen Geschäften gehen teils verloren, und werden ersetzt durch Arbeitsplätze in neuen, innovativen Bereichen. Swisscom geht davon aus, dass rund 700 Mitarbeitende in der Schweiz als Folge der Reduktionen vor allem bei unterstützenden Bereichen den Sozialplan beanspruchen werden. Die damit verbundenen Kosten werden auf CHF 70 Millionen geschätzt.

Rückstellungen für Abbruch- und Instandstellungskosten

Die Rückstellungen für Abbruch- und Instandstellungskosten beziehen sich auf den Abbruch von Telekommunikationsanlagen und Sendestationen sowie die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands auf Grundstücken, die von Dritteigentümern gehalten werden. Die Rückstellungen werden auf Basis der künftig erwarteten Abbruchkosten bemessen und mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 1,48% diskontiert (Vorjahr 1,69%). Der Effekt aus der Verwendung unterschiedlicher Zinssätze hat CHF 24 Millionen (Vorjahr CHF 151 Millionen) betragen. 2015 sind Anpassungen als Folge von Neubeurteilungen in der Höhe von CHF 55 Millionen (Vorjahr CHF 157 Millionen) über die Sachanlagen und von CHF 7 Millionen (Vorjahr CHF 1 Million) erfolgswirksam erfasst worden. Die Zahlungen des langfristigen Teils der Rückstellung werden wahrscheinlich nach 2020 erfolgen.

Die Höhe der Rückstellungen wird massgeblich durch die Schätzung der künftigen Kosten für Abbruch und Instandstellung sowie den Zeitpunkt des Abbruchs bestimmt. Eine Erhöhung der geschätzten Kosten um 10% hätte eine Erhöhung der Rückstellung um CHF 56 Millionen zur Folge. Die Verschiebung des Zeitpunkts des Abbruchs um zusätzliche zehn Jahre würde zu einer Reduktion der Rückstellung um CHF 60 Millionen führen.

Rückstellungen für regulatorische und wettbewerbsrechtliche Verfahren

Swisscom erbringt gemäss dem revidierten Fernmeldegesetz Interkonnektionsdienste und andere Zugangsdienste für andere Anbieterinnen von Fernmeldediensten in der Schweiz. In den vergangenen Jahren haben mehrere Anbieterinnen von Fernmeldediensten bei der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom) die Senkung der ihnen von Swisscom in Rechnung gestellten Preise verlangt. Zudem führt die Wettbewerbskommission (Weko) gegen Swisscom verschiedene Verfahren. Bei einem Wettbewerbsverstoss kann die Weko gemäss Kartellgesetz eine Sanktion verhängen. Diese Sanktion ist abhängig von der Dauer und Schwere sowie der Art des Verstosses. Sie kann bis zu 10% des Umsatzes ausmachen, den das betreffende Unternehmen in den letzten drei Geschäftsjahren auf den relevanten Märkten in der Schweiz erzielt hat. Im Fall der rechtskräftigen Feststellung eines Marktmissbrauchs könnten zivilrechtliche Forderungen gegen Swisscom gestellt werden. Allfällige Zahlungen sind abhängig vom Zeitpunkt des Eintreffens der rechtskräftigen Verfügungen und Entscheide.

Mit Entscheid vom 5. November 2009 hat die Weko Swisscom wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung bei ADSL-Diensten in der Zeit bis Ende 2007 mit einem Betrag von CHF 220 Millionen sanktioniert. Swisscom hat die Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht mit Beschwerde vom 7. Dezember 2009 angefochten. Das Bundesverwaltungsgericht hat am 6. Oktober 2015 den Weko-Entscheid grundsätzlich bestätigt und reduziert die von der Weko gegen Swisscom verhängte Busse von CHF 220 Millionen auf CHF 186 Millionen. Als Folge des Entscheids erfasste Swisscom im dritten Quartal 2015 eine Rückstellung von CHF 186 Millionen. Swisscom hält die Sanktion für nicht gerechtfertigt und hat beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. Anfang 2016 hat Swisscom die von der Weko in Rechnung gestellte Sanktion von CHF 186 Millionen bezahlt.

Auf der Grundlage von rechtlichen Beurteilungen wurden im dritten und vierten Quartal 2015 Rückstellungen für regulatorische und wettbewerbsrechtliche Verfahren gebildet und aufgelöst, wobei diese aus verfahrenstechnischen Gründen netto dargestellt werden.

Übrige Rückstellungen

Die übrigen Rückstellungen enthalten vor allem Rückstellungen für Umwelt-, Vertrags- und Steuerrisiken. Die Zahlungen des langfristigen Anteils der Rückstellungen werden wahrscheinlich in den Jahren 2016 bis 2018 erfolgen.